Glück wird geboren

Glück findet man nicht. Glück wird geboren.

Dieser Spruch mag vielleicht sogar liebevoll gemeint sein, aber er ist in so vielen Punkten falsch.
1. Kinder sind nicht dafür gedacht Menschen glücklich zu machen. Ein Kind kann Glück steigern, aber es soll nie seine Aufgabe sein ein Loch zu füllen.
2. Menschen ohne Kinder sind nicht glücklich? Oder können nicht glücklich sein?
3. Was ist mit Menschen die keine Kinder bekommen können?
4. Verschwenden Frauen ihr Gebärmutter, wenn sie keine Kinder bekommen?

Ich kämpfe enorm dagegen nicht zu trinken. Im Alkohol zu ertrinken. Ich fühle mich überflüssig, alleine, unerwünscht, überfordert, hässlich, verschwendet. Diese Gefühle will ich nicht haben. Drogen, Marihuana macht mich paranoid, Medikamente sind gefährlich aber dafür rosa flauschige Halluzinationen bringend und Alkohol. Ja der macht mich psychotisch, aber für lange Zeit fühle ich meinen Schmerz nicht.

Mit der Frage ob ich nicht Angst habe alleine zu sterben/zu sein im Alter fühle ich mich total verschwendet. Ich werde vielleicht nie eine Beziehung haben und definitiv keine Kinder haben. Nicht weil ich nicht kann. Nicht weil ich keinen Mann habe. Ich will schlicht meine Gene und mein Verhalten nicht weiter geben. Aber ohne Kind, ist „man“ ja nicht glücklich.

Dann wären ja alle meine Bemühungen das Glück in mir zu finden vergeblich. Warum sollte ich dann nicht trinken? Mein Dasein ist irgendwie zwecklos.

Als ich gestern Nacht wach lag für zwei Stunden meldete meine Sober-App, dass ich nun drei Tage nicht getrunken habe. 3 x 24 h. Und ich begann zu rechnen.
2 x 12 = 48. 48 + 48 = 8 + 8 = … 16 also 40 + 40 = … 80. 80 + 16 = 96. Hmmm das ist zu viel. Moment. Nochmal.
3 x 12 = keine Ahnung. Warum kann ich die 12er Reihe nicht mehr. Kann ich überhaupt noch rechnen. Kopfrechnen ist Kacke!
Also Fokus. 2 x 12 = 48. Da war ich schon. Ganz einfach 48 + 12 = … 2 + 8 = 10. 40 + 10 = 50. 50 + 10 = 60. 60 Heurekka!
Hueresiech bin ich schlecht. Hat ein Tag überhaupt 12 Stunden? Sind es nicht 24 Stunden? Scheisse es sind 24 Stunden. Ich war am Anfang gar nicht so falsch. WIeso kann ich das grosse 1×1 nicht?!
Gut nochmal von vorne. 3 x 48 = scheisse bin ich ein PC, das ist viel zu anstrengend.
48 + 48 = sammeln. 8 + 8 = 16. 40 + 40 = 80. 80 + 16 = … 96. War ich da nicht schon mal?
Weiter. 96 + 48 = … das ist falsch. 96 + 24 = … raucht mein Kopf? 6 + 4 = 10. Puh. 90 + 20 = … 110? 110. Gut 110 + 10? Ja 10. Also 110 + 10 = 120. Juhuuu 120! 

Zangengeburt. 120 Stunden ohne Alkohol. Klingt viel besser als 3 Tage.

Und nach dem ich nun meine Konversation nieder geschrieben habe und mir total doof vor komme, will ich erst recht trinken. Gut, das wollte ich schon letzte Nacht, aber da war ich müde. Jetzt bin ich müde, genervt, einsam, gestresst das ist so peinlich. Oder eine Zigarette? Ach nein, das habe ich ja auch aufgegeben und alle weggeworfen.

Eigentlich ist der ganze Text totaler Blödsinn und verschwendete Zeit. Ah da wären wir ja wieder… Verschwendung.

* Der Kursiv-Text soll meine Konversation mit meinem Hirn darstellen. Und ja, es ist praktisch immer so, also laut im Kopf, wenn ich in meine Borderline-Muster komme. Alkohol macht das Hirn leise für ein paar Stunden. Gebt mir doch etwas Alkohol. Sage ihnen nicht, dass Du nicht mehr aufhören kannst, weil die Flucht so schön ist.

Deplatziert im Szene Lokal

Es war gestern, als ich mir mal wieder völlig fremd, deplatziert, unsicher und verloren in „eurer“ Welt vor kam.

Ich muss ja sagen, dass ich eigentlich etwas auf Kriegsfuss stehe mit den Szene Lokalen. Nicht nur in Zürich, auch in Basel schon. Mir passieren da immer irgendwelche Dinge, die in einem IN Lokal nicht passieren sollte.
Einmal klemmte das Schloss einer Toilettentüre und ich konnte nicht mehr raus und weil ich mein Handy am Tisch gelassen hatte musste ich warten bis jemand kam. Und die erste Tussi ist einfach abgehauen und hat gelacht. Der Horror. Es dauerte Jahre bis ich wieder im Restaurant/Bar/Club zur Toilette ging.

Aber zurück zu gestern.
Meine Bekannte fragte mich ob ich Lust hätte mich nach Zürich zu kommen. Eigentlich war ich müde, aber das mit relaxen und ausruhen klappt zur Zeit gar nicht. Ich falle in alte Muster zurück.
Also sagte ich zu. Sie aber wollte dann mit dem Porsche eines Bekannten fahren und der hat nur 2 Sitze und da sie schon verabredet war blieb ich und ein weiterer Bekannter übrig.

Als wir im Lokal ankamen, sassen schon 4 Personen am 4er Tisch. Und das obwohl sie wussten, dass wir noch kommen. Eigentlich wollte ich direkt wieder gehen. Ich finde das nicht nett. Aber wir setzten uns. Die Karte handschriftlich verfasst kaum lesbar und die gedruckte Karte nur englisch. Eben Szene Lokal. Gut, 5 dl Wasser kosten 7.-. Das ist sogar für die Schweiz teuer, oder für mich jedenfalls teuer und ich weiss nicht warum ich so viel für Wasser zahlen soll.

Wir sassen also da und hatten dann tatsächlich Spass und ich taute auch langsam auf. Aber das Personal. Keine Ahnung, aber nicht nur, dass sie steril in ganz weiss gekleidet waren (wie beim Zahnarzt), sie wollten auch nichts verkaufen. Da latschten die an unserem Tisch vorbei, alle leere Gläser und keiner fragte ob wir noch was sollen.
Oder die Herren sagten dem Service, dass die Toiletten gelinde gesagt, unsauber waren, und die sahen das nicht, es sei sauber. Denn als ich 5 Minuten später selber zur Toilette musste warf ich einen Blick rein und nichts war sauber.

Keine Ahnung, der Besitzer macht angeblich im Jahr 1 Mio Umsatz, aber unsympathisch das ganze Lokal. Ich bin da lieber in einem gemütlichen Lokal, bei dem die Getränke günstig sind, das Essen gut und ich und mein Hund willkommen sind. Aber ich bin ja auch etwas langweilig.

Und natürlich kam das leidige Thema Beruf auf. Aber ich bin inzwischen ehrlich und sage, dass ich 10-20% arbeite und eine volle IV Rente habe, weil ich eine Erschöpfungsdepression und Borderline habe.
Ich bekam aber viel Lob, dass ich reflektiert bin und mich so mit mir beschäftige.

Trotzdem, ich erkenne den Trend. Ich trinke wieder mehr, ich halte es zuhause weniger aus, bin müde, bin gereizt und sehr zerstreut.Ich melde mich auch kaum noch bei Freunden, es ist mir zu nahe. Und leider liegt es wirklich daran, dass ich mich mit meiner eigener Krankheit konfrontiert sehe. Meine Fehler von früher und solche, die ich immer noch habe.
Ich kann aber doch nicht meinen Kopf in den Sand stecken und so tun, als gäbe es nichts mehr zu verbessern. Aber es gesundheitlich wäre es besser. Jedenfalls, ich muss wieder anfangen gerne zuhause zu sein und die Zeit mit mir und meinem Hund zu geniessen. Meine Kraft in den Spaziergängen, meinen Skills und in mir finden. Weder Parties noch Alkohol geben Kraft. Und somit habe ich gestern meine Kräfte ausgegeben obwohl ich mich im Lokal nicht wohl gefühlt habe. Ich ärgere mich sehr.
Aber heute ist ein neuer Tag meinen abwärts Trend zu ändern!

Nachtrag zu Beziehung: der ewige Trigger

Natürlich habe ich etwas vergessen!

Wisst ihr, noch wenn ich suchen würde. Das was ich suche, brauche und kann lässt sich wohl kaum vereinbaren. Und dann müsste es ja auch noch jemanden geben, der mich mit Borderline, Depression sozialer Angst, Neurosen, Hund und Fett – nimmt.
Nein, ich mache mich nicht runter, aber das ist nicht so einfach. Ist man ehrlich verschreckt man. Lässt man es darauf an kommen, vergrault man.

Ich habe sicherlich in Beziehungen verletzt, gerade weil ich bei Angst von Nähe weg stosse. Aber ich wurde auch verarscht, missbraucht, zurück gestossen und verlassen.

Jemand, den ich mal so liebte, dass ich kaum mehr ich selber war, sagte immer ich sei liebenswert. Aber ich glaube, jemand der mich nicht liebt oder zumindest nicht sehr mag oder gern hat kann das nicht sagen. Weil, sonst würde die Person das doch empfinden.

Wenn ich Freundinnen treffe, die mich zur Begrüssung auf den Mund küssen – es ist zu nahe. Wenn ich eine lange Umarmung erhalte weiss ich nicht ob ich los lassen kann oder weg stossen will – zu viel Nähe. Wenn ich nur eine flüchtige Umarmung oder eine Hand bekomme – zu wenig oder zu „dreckig“. Ohne Hand zu unpersönlich aber froh nicht den „Dreck“ von der anderen Hand zu bekommen.

Nein, nicht jede Hand ist dreckig. Ich versuche nur zu sagen. Was ich bekomme ist irgendwie nicht recht. Und wenn ich Nähe will, dann verschmelzen.

Und mal küssen geht nicht ohne, dass der Mann mehr erwartet. Wenn  man das nicht gibt ist man eine Kuh. Gibt man mehr eine Schlampe.

Schon das ganze vor der Beziehung ist für mich sehr verwirrend.

Beziehung: der ewige Trigger

Ich habe seit einiger Zeit eine höhere Anspannung. Dies liegt daran, dass eine Freundin wohl mit einem Borderliner zusammen war. Es gibt keine Diagnose, aber viel Gemeinsamkeit. Was nichts heissen muss, aber kann.

Ich rede mit ihr natürlich darüber und versuche ihr zu erläutern warum gewisse Dinge manchmal so passieren. Viel bringt mich zum „lachen“ und gleichzeitig triggert es.
Da hat er eine Freundin, jetzt Ex, die ihn nicht aufgeben möchte und ich…
Ich will mich nicht mehr öffnen. Ich will nicht mehr verletzt werden. Ich behaupte gar nicht, dass ich keine Fehler gemacht habe und dass ich nicht auch „gemeine“ Züge gezeigt habe. Ich wurde aber bei jeder Beziehung auch verletzt.

Nur, noch wenn ich mich öffnen würde. Die Nähe kann ich nicht aushalten.

Oben erwähnte Freundin fragt mich immer wieder ob ich denn nicht mal in den Arm genommen werden möchte, ob ich wirklich alleine alt werden will oder alleine sterben, wenn ich sage, dass es beziehungstechnisch gerade gut ist, so wie es jetzt ist.
NATRÜRLICH! Möchte ich mal in den Arm genommen werden, natürlich, will ich nicht alleine sterben.
Aber nicht nur, dass mich niemand will, ich will auch niemanden. Ich kann zwar Herzklopfen fühlen, aber bei jedem weiterführenden Gedanken schaudert es mich. Der will ja dann Sex, Nähe, gemeinsame Zeit, zusammen wohnen, Weihnachten usw. meine ganze Struktur scheint zu wanken.

Nach meiner Campylobacter Erkrankung, dem Horrortrip am Sonntag oder dem Zusammenbruch gestern beim Zahnarzt wünsche ich mir durchaus, dass jemand für mich da wäre. Mich fest hält, mich beruhigt.
Und trotzdem, wenn mich Menschen ansehen als wäre ich von einem anderen Planet, wenn ich sage, dass ich Nähe nicht ertrage, dass es wie erwürgen, ersticken ist oder ich Panik bei der Dentalhygiene habe, weil ich Angst vor Schmerzen habe, Langeweile mich innerlich zerfrisst, Wut mich alles zerstören wollen lässt. Ich könnte diese XXL-Emotionen teilen. Mein Umfeld meine Gefühle spüren lassen. Und sie dann ansehen und sagen, siehst du und ich habe gelernt damit mehr oder weniger umzugehen.

Besagte Freundin sagt immer wieder Eltern von solchen Kindern (Kinder wie ich eines bin) sollten keine Kinder haben. Das mag sogar stimmen, aber ich bin nun mal da und mich nur als gestört ab zu tun ist einfach nur gemein. Denn ich (wir) haben nun die Folgen zu tragen. Und auch wenn wir Menschen, die uns nahe stehen verletzen, es hat ein System, das man verstehen kann und mit Hilfe kann man sich (etwas) ändern.
Und vieles das mich heute ausmacht verdanke ich der Borderline. Ich bin kreativ, bin empathisch, grossherzig, loyal und stehe immer wieder auf.

Und trotzdem wünsche ich mir von Zeit zu Zeit: ohne psychische Krankheit zu sein.

ein langer Höllentrip

Gestern hatte ich einen der schlimmsten Tage meines Lebens.

Nach einiger Recherche und Gesprächen mit Menschen die sich etwas auskennen, war es wohl eine Art Psychose. Eine Vorstufe davon oder eher eine ganz ganz böse Dissoziation. Wahrscheinich war es eine Kombination von äusseren Umständen, die dies ausgelöst hat. Ich hatte am Abend vorher 3 dl Wein, dazu viel Wasser und etwas zu essen. Es hat mir nicht so gut getan, aber ich habe doch gut geschlafen, zwar etwas wenig, aber gut. Am Morgen hatte ich Kopfschmerzen. Weil ich mich in Basel mit Freunden aus Freiburg verabredet hatte nahm ich eine Kopfschmerz Tablette. Medikamente sind für mich ja immer etwas schwierig, weil ich darauf reagiere.

Schon auf dem Weg zum Bahnhof fühlte ich mich komisch. Unsicher beim Gehen. Wie so bei B12-Mangel. Ich hatte auch sehr warm. Am Schalter und im Laden war ich irgendwie abwesend, nicht bei mir.

Auf dem Perron als ich auf den Zug wartete wurden die Symptome schlimmer. Ich hatte schon da das Gefühl verfolgt zu werden. Ich sah mich dauernd um und fühlte mich belauscht. Schwitzen.

Als der Zug einfuhr war es schwierig aufrecht zu gehen ohne mich fest zu halten. Ich hatte komplett mein Gleichgewicht verloren und konnte die Distanz zum Boden nicht mehr abschätzen.
Im Zug fühlte ich mich unwohl. schwindlig, unsicher, verfolgt und paranoid. Ich sah mich weiter um und alle Geräusche waren verstärkt neben meinen Ohren.
Plötzlich kurz vor Frick bremste der Zug mi Tunnel und blieb stehen. Es gab keine Info und der Kontrolleur, der bei den sehr lauten Kindern zur Begleitperson ging, sagte nur was von „Er findet den Hauptschalter nicht“. Ich bekam Schnappatmung und richtig Angst wir wären in dem Zug gefangen und kommen nicht mehr raus. Der Ersatzzug hatte eine Panne. Doch dann kam eine Durchsage, dass wir in Kürze weg fahren. Gott sei dank!

In Basel steig ich in die SBahn um schnell ans andere Ende der Stadt zu kommen. Dann stand da was von Zoll, klar der Badische Bahnhof ist Deutscher Boden. Ich hatte aber keinen Pass für Stella dabei. Erneut Panik.
Aber ich wurde nicht kontrolliert. Mit dem Bus war ich dann in wenigen Minuten in den Langen Erlen. Unserem Treffpunkt.
Mir war immer noch übel, schwindlig und alles lief in Zeitlupe ab. Ich Ich kann es nicht mal richtig erklären oder beschreiben. Es lief wie in einem Film. Ich war zwar in meinem Körper, aber abgespalten. Ich setzte mich auf eine Bank, weil auch meine Beine schwach waren.

Da kam eine Gruppe Frauen mit einem grossen Hund vorbei und Stella, die natürlich bemerkte, dass ich keine Stärke ausstrahlte rastete total aus. Sie spuckte, fauchte, zitterte am ganzen Körper. Obwohl ein Sssch! sofort Ruhe brachte faucht mich die Frau an „was für ein giftiges Vieh, braucht man da einen Waffenschein?!“ Ich war so beschäftigt nicht umzukippen, dass ich ihr nur den Mittelfinger zeigte. Und ich HASSE den Mittelfinger. Er ist unhöflich und respektlos.
Bald kamen meine Bekannten und sie sahen mir sofort an, dass es mir nicht gut geht. Ich hatte einen roten Kopf und war Schweiss gebadet. Wir setzten uns erst zusammen und redeten etwas. Ich trank viel Wasser und nach 50 Minuten war ich nicht mehr kurz vor dem Zusammenbrechen.
Wir spazierten etwas am Fluss entlang und die Hunde genossen das Gras, schnüffelten und spielten etwas. Stella wich aber kaum von meiner Seite. Ich kenne doch meinen Hund. Er beschützt mich und achtet auf mich, wenn ich nicht fit bin.
Danach gingen wir noch im Restaurant etwas essen und trinken. Ich habe kaum was gegessen, aber es half weiter etwas stabil zu werden. Mein Hirn wurde von der Anstrengung immer matschiger und ich konnte mich kaum noch konzentrieren. Ich bekam den Tunnelblick. Lustigerweise begann auch mein Handy zu spinnen, es entlud sich viel schneller als sonst und hängte sich dauernd auf.

Mit weichen Knien machte ich mich auf den Weg zurück zum Bahnhof. Dort kaufte ich wie immer etwas zu trinken und belegte Brötchen mit Thon und Crevetten. Im Zug ging es dann irgendwie wieder schlechter. Ich musste mich dauernd umsehen, fühlte mich beobachtet und verfolgt. Stella knurrte alles an, was an uns vorbei ging.
Endlich zuhause am Bahnhof und ich hatte wieder Zeitlupe und schwache Beine. Ich war so froh, endlich in meiner Wohnung zu sein.

Ich startete sofort die Waschmaschine und kletterte unter die Dusche. Ich war nass geschwitzt und klebte und stank. Danach war alle Energie verpufft.
Stella und ich verschwanden um 21 Uhr ins Bett und haben bis 7 Uhr geschlafen. Auch ohne Pipi-Zwischenfall. Wir waren beide geschafft. Und sind es noch heute.

Heute, ich habe immer noch Nachwehen von gestern. Erschöpft, immer noch den Tunnelblick und beim Bewegen des Kopfes das Zeitlupen-Gefühl.
Was auch immer der Auslöser war, es war grauenhaft und ich will das nie wieder erleben. Schon gar nicht in den ÖV!

Welt-Suizid-Präventationstag

Am 10. September (2016) ist jeweils Welt-Suizid-Präventationstag.

Wie wäre es, wenn an diesem Tag jeder die Erde etwas schöner macht? Jeder kann sie verbessern. Wie?

  • Rufe jemanden an, den Du schon lange nicht mehr gesehen hast
  • schreibe jemandem einen Brief/Postkarte, der Dir wichtig ist
  • Treffe Dich mit jemandem, der Krank ist (psychisch, physisch)
  • besuche jemanden im Krankenhaus
Der Notruf ist für die ganze Schweiz 144 oder 112.
Falls Du jemanden kennst, der sich etwas antut, dann kannst Du jeder Zeit die Polizei (117) oder den Notruf (112) verständigen!

Brot kann man nicht einfrieren

„Brot kann man nicht einfrieren“ oder „Trams können nicht rückwärts fahren“ werfe ich in eine Diskussion ein, die in einem Endlossloop sind oder ich in den Kindermodus falle und das Gefühl habe, dass zwei Parteien sich streiten. Dies mag echt oder nur gefühlt sein.

Heute war kein guter Tag. Ich erwachte und fühlte mich gereizt. Ich kam ins Esszimmer und roch Hundescheisse. Das ganze Esszimmer war vollgeschissen. Stella hat Durchfall. Ich hatte diesen Switch. Ich war in einer Sekunde auf 100% Anspannung.
Ich wollte sie schütteln, ihren Kopf in die Scheisse drücken, nein schleudern. Ich wollte sie verletzen. Nein, ich habe ihr nichts gemacht. Ich habe die Zimmer zur Schlafzimmertüre geschlossen, mit der Option, dass noch mehr Sauerei passiert, aber ich ihr nichts tue.

Ja, es ist mir peinlich und ich erschreckte selber über meine Aggressivität. Ich liebe diesen Hund und sie konnte nichts dafür. Sie wäre wohl auch lieber draussen „zur Toilette“ als im Esszimmer. Aber eine Sicherung brannte durch. Ich brannte vor Wut, ich weinte vor Wut. Meine Freundinnen waren nicht erreichbar und ich konnte ja nicht in den Sozialen Medien sagen, dass ich gerade meinen Hund verletzen möchte. Ich erstarrte in meiner Anspannung.
Ich versuchte tief zu atmen und mich zu beruhigen. Aber dann roch ich die Scheisse und wurde blitzartig wieder wütend. Ich konnte mich kaum noch bewegen. Meine Anspannung fand kein Ventil. Normalerweise gehe ich dann mit dem Hund raus, aber auf den war ich ja wütend. Ich konnte sie nicht mal ansehen.

Nach über einer Stunde fasste ich den Plan zu putzen. Ja, das musste ich ja sowieso. Ich brauchte beinahe eine Stunde. Ich verschob Möbel und räumte auch gerade Dreck weg, der so unter dem Tisch lag. Ich schwitzte und verschwand danach gleich unter der Dusche.

photogrid_1473237500364Dann schnappte ich Stella zum spazieren. Ein Skill. Ich konnte ihr aber nicht vergeben. Und es ist so dumm. Sie kann nichts dafür. Scheiss Borderline. Scheiss Störung mit Emotionen. Ich setzte mich dann auf eine Bank und versuchte mit dem Hund Frieden zu schliessen. Es klappte nur bedingt. Aber es gelangen mir schöne Fotos. Sah ich natürlich erst auch nicht.

Zuhause, ass ich etwas, obwohl ich nur kotzen wollte. Meine Anspannung war immer noch zu hoch. Aber ich wollte am Nachmittag arbeiten gehen. Inzwischen hatte ich mehreren Kontakten meine Wut geäussert. Ich döste noch etwas und ging dann zur Arbeit.
Ich war durch die Anspannung ziemlich gaga, aber ich riss mich zusammen. Hätte ich früher sicher nicht gemacht. Sagte aber auch direkt, dass ich angespannt bin. Ich habe wohl auch manchmal etwas „dumme“ Fragen gestellt, aber ich hielt drei Stunden durch.

Auf dem Weg nach Hause der absolute Burner: Klar, Stella hat Durchfall und machte auf die Strasse. Ich konnte die Tropfen nicht aufnehmen (ihr kennt mich, es war mir peinlich, hätte ich Taschentücher gehabt, ich hätte geputzt) und eine Frau, die hinter uns ging, sagte zum Kind „Pfui“. Am Rotlich habe die uns eingeholt und – haltet euch fest – das Kind hat meinem Hund in den Arsch getreten! Die Frau hat gegrinst. Ich bin erneut völlig ausgerastet. Erneut brauchte ich alle Energie um der nicht die Fresse zu polieren. Ich habe ihr dann geraten sofort den nächsten Fussgänger zu benutzen, denn sonst würde ich „ihr weh tun“. Sie motzte zwar weiter, aber ging. Ich muss ehrlich sagen, ich hätte mich sonst vergessen.
Dass eine andere Frau nur den Kopf schüttelte auf das Verhalten des Kindes half nicht. Wisst ihr, ich kann verstehen, dass Menschen Angst vor Hunden haben, sogar vor Kleinhunden. Die können Satane sein. Aber wenn man sogar Angst hat in den Lift zu gehen, wenn der Hund an der Leine Fuss oder auf dem Arm ist, zieht man genau so Kinder gross. Oder solche die keinen Respekt vor Tieren haben!

Zurück zuhause habe ich erst Mal eine Stunde geschlafen. Seit dem geht es mir besser. Ich habe auch seit dem dauernd Stella geherzt.

Es ist mir sehr peinlich dies zu schreiben! Aber es muss sein. Ich würde nie meinen Hund verletzen, Mütter wissen, es gibt diese Wut. Jeder kennt sie. Mein Problem: Borderline. Wenn eine Anspannung wie heute Morgen kommt, dann braucht es Stunden um runter zu kommen. Dank Stella lerne ich zu verzeihen. Obwohl es mir heute schwer fiel.
Ich war nicht mehr so angespannt seit Januar. Und ich habe es nicht vermisst. Warum genau heute, diese Sicherung durch brannte kann ich nicht sagen. Ich weiss in meinem Kopf, dass dies mit Kindern/Tieren passieren kann.
Auch wenn ich meiner Freundin raten würde, dass es morgen besser ist und sie ja nichts gemacht hat. Es haftet an. Diese Aggression.

Ist sie wirklich ein Teil von mir? Wahrscheinlich.
Am Samstag nach dem Avatarday rastete ich nämlich auch aus. Ein Kind schrie mir und Stella mit dieser hohen Stimme ins Ohr und als ich die Mutter bat, das Kind zu zähmen sagte sie nur, dass Kinder so sind. Ich gebe zu, ich konnte nicht anders, ich habe das Kind direkt angesprochen und sagte „halt jetzt die Klappe“ beide erstarrten vor Schreck. Zum Glück kam der Zug. Es hätte wohl sonst Streit gegeben.
Nein, ich erziehe mich und Stella zum positiven Kontakt mit Kindern. Aber alles hat Grenzen!

Und, nur um das nochmal zu betonen, Stella würde ich nie verletzen, vorher sperre ich sie ein oder bringe sie zu jemandem!